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Unterstützt durch Siegfried Jablonski

Was ist eigentlich Unsichtbares Theater (UT)?

 

Folgende Antworten habe ich darauf bekommen:

 

  • ein Theatergebäude, das (leider) abgerissen wurde
  • das spielen vor allem Schauspieler, die in Nebenrollen auftreten
  • Theater, wo eben die Beleuchtung wegen elektrischer Schäden ausfällt
  • Schattentheater oder Theater nachts
  • Sprechtheater für Blinde
  • Sinnloses Theater ohne Außenwirkung
  • dabei tut man nur so als ob
  • ... und viele andere Antworten, die zeigen, dass es merkwürdigerweise recht wenige Eingeweihte gibt!

     

    Mit dieser Seite möchte ich dazu beitragen,

     

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    Was ist UT nun wirklich?

     

    Unsichtbares Theater ist eine der vielen von Augusto Boal entwickelten Theaterformen, die man dem Oberbegriff „Theater der Unterdrückten“ zuordnet. Es kann überall gespielt werden. Anstelle des Vorhangs fällt die Bühne. Es wird von gut vorbereiteten Schauspielern gespielt, die gleichzeitig Zuschauer der gesamten Szene sein müssen. Es wird auch von den Zuschauern gespielt, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass diese nicht wissen, dass es sich gerade um ein Theaterstück handelt, ... und das sollen sie in der Regel auch niemals erfahren. Sie wissen nach dem Stück, dass sie etwas mehr oder weniger ungewöhnliches erlebt haben. ... und das stimmt ja auch.

    Schauspieler agieren gemeinsam mit den Zuschauern, gegenseitige Reaktionen provozierend, die es sonst so nicht gegeben hätte. So kann eine Konfliktsituation, die ansonsten „in der Menge untergegangen“ wäre oder aus Gleichgültigkeit „lieber“ übersehen worden wäre, so dargestellt werden, dass Konflikt lösende Reaktionen angeboten werden können.

     

    Als Begründer des „Theater der Unterdrückten“ gilt Augusto Boal (* 1931 in Rio de Janeiro, Brasilien), ein aus Brasilien stammender Regisseur, Theaterautor und Theatertheoretiker, der mit seinen Theateraktionen so erfolgreich auftrat, dass er die Realität beeinflusste. Er bekam damit echte Probleme, wurde inhaftiert und gar gefoltert, musste aus Lateinamerika emigrieren.

    Er ist so erfolgreich, dass er heute im Stadtparlament Rio de Janeiro wirkt.

     

    Damit dürfte er sein Motto „Schluss mit einem Theater, das die Realität nur interpretiert; es ist an der Zeit, sie zu verändern“ tatsächlich umgesetzt haben.

     

    Als Einstiegsliteratur und Pflichtlektüre würde ich das Buch

    „Theater der Unterdrückten“, erschienen bei Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979 und 1989, ISBN 3518113615, bezeichnen.

    Dort bekommt man Hintergrundinformationen und auch Beispiele geliefert.

    Anleitungen zu Übungen zum (nicht nur) Unsichtbaren Theater fehlen nicht.

     

     

     

    Reaktionen bitte an frank-weisse@gmx.net

     

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